Textauszug: Wer das Passeiertal durchquert, ahnt zunächst wenig von dem Naturschauspiel, das sich tief unterhalb der Straße zwischen St. Leonhard und Moos verbirgt. Autos gleiten vorbei, Kühe stehen auf sattgrünen Wiesen, und nichts deutet darauf hin, dass sich nur wenige Meter tiefer eine der eindrucksvollsten Schluchten Südtirols befindet. Dort hat sich die Passer über Jahrtausende ihren Weg durch hartes Gestein gefräst – ein Prozess, der nach dem Ende der letzten Eiszeit vor rund 12.000 Jahren an Dynamik gewann, als Schmelzwasser und Geröll unaufhaltsam talwärts drängten. Entstanden ist eine enge, tiefe Schlucht, die heute über kühne Stahlkonstruktionen und schmale Steige für Wanderer zugänglich ist.
Thema: Wandern ind er Passerschlucht
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Textauszug: Die Legende nach droht das Vereinigte Königreich bekanntlich unterzugehen, sollten im Tower of London keine Raben mehr leben. Im Spagat zwischen Aberglauben und Tradition werden daher die schwarzen Vögel seit Jahr und Tag nicht nur gezüchtet, sondern auch liebevoll umsorgt. Zudem werden den Raben die Flügel gestutzt. Sicher ist sicher. Doch dies ist nicht der einzige tierische Mythos, von dem die Festungsanlage am Ufer der Themse bis heute umgeben ist. Im Jahr 1252 erreichte den englischen Hof ein diplomatisches Präsent, das selbst in der prachtvollen Welt mittelalterlicher Herrscher herausragte.
Textauszug: Wer liebt ihn nicht? Den beeindruckenden Anblick des Big Bens mit seinem neugotischen Turm am Palace of Westminster. Die historische Anmutung, inspiriert von mittelalterlicher Gotik, die reiche Fassadendekoration aus Ziegelstein mit einer Kalksteinfassade und nicht zuletzt die gusseiserne Spitze mit den detaillierten Verzierungen zieht mit seinem Anblick jeden Besucher von London in den Bann. Durch seine stolze Größe von 96,30 Metern überragt er herrschaftlich den Parliament Square. Doch die Wahrheit ist, die beeindruckten Betrachter eines der Wahrzeichen der Hauptstadt Großbritanniens meinen in Wirklichkeit nicht den Big Ben, sondern sind fasziniert vom Elizabeth Tower, der im Jahre 1858 fertiggestellt wurde.
Textauszug: Das Rosa des Mauerwerks leuchtet im Licht der rheinischen Nachmittagssonne fast schon provokant unschuldig. Schloss Benrath, dieses architektonische Juwel von Nicolas de Pigage, präsentiert sich als ein Musterbeispiel für Symmetrie und höfische Repräsentation. Doch wer das Portal des einstigen Jagd- und Lustschlosses im Düsseldorfer Süden durchschreitet und den Blick von den glitzernden Kronleuchtern der Festsäle abwendet, betritt eine Welt, die eigentlich für das Auge der Öffentlichkeit nie bestimmt war. Hier, in den Schattenzonen des Schlosses, entfaltet sich eine ganz eigene Erzählung von Macht, Körperlichkeit und der harten Arbeit am dynastischen Erbe. Es ist eine Reise in die weniger bekannte Seite des Barocks, dorthin, wo die Perücken und Kleider fielen, um einen männlichen Nachfolger zu zeugen.
Textauszug: Der Regen peitscht fast unaufhörlich gegen die Scheibe des Black Cabs, jenes kultigen Taxis, das wie rote Telefonzellen und Briefkästen unverwechselbar zum Stadtbild gehören. Draußen rauscht das South Embankment vorbei. Grauer Beton flirrt im fahlen Licht, und für einen kurzen Moment meint man, das metallische Röhren eines Aston Martin DB5 direkt hinter einem zu hören. Willkommen in London – der Stadt, deren (filmischer) „Schutzheiliger“ seit über 60 Jahren einen maßgeschneiderten Anzug aus der Savile Row trägt und eine Lizenz zum Töten in der Brieftasche hat. Wer sich in der Millionenmetropole auf die Fährte von James Bond begibt, merkt schnell: Die Grenze zwischen Fiktion und Staatsraison ist fließend wie ein Martini, der geschüttelt und nicht gerührt langsam die Kehle hinunter läuft.
Textauszug: Das Meer zeigt sich oft von seiner schönsten Seite, glitzernd und scheinbar ruhig, doch unter dieser Oberfläche liegt eine Kraft, die selbst erfahrene Reisende aus dem Gleichgewicht bringen kann. Seekrankheit ist kein Zeichen von Schwäche, sondern eine Reaktion des Körpers auf widersprüchliche Sinneseindrücke. Während das Auge vielleicht eine stabile Umgebung wahrnimmt, registriert das Innenohr jede noch so kleine Bewegung. Genau in diesem Widerspruch beginnt das Unwohlsein. Schon bei leichtem Wellengang kann dieses diffuse Gefühl entstehen, das sich langsam aufbaut. Zunächst wirkt alles harmlos, ein leichtes Schwindelgefühl, ein flauer Magen. Doch mit zunehmender Dauer kann sich dieser Zustand steigern, bis Übelkeit, kalter Schweiß und schließlich Erbrechen einsetzen.
Textauszug: Charles III. ist seit dem 8. September 2022 König von Beruf und damit Regent über das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland. Was nur die wenigstens wissen, ist die Tatsache, dass zu seinen Untertanen nicht nur die gut 68 Millionen Einwohner des größten Inselstaats in Europa gehören, sondern qua Gesetz auch (fast) alle Schwäne, die sich auf seinem Grund und Boden tummeln. Und davon gibt es Land auf, Land ab nicht wenige. Nun ist dies mit den Tieren aus der Familie der Entenvögel so eine Sache. Denn die besitzen weder einen Pass noch einen festen Wohnsitz. Um sich dennoch einen Überblick über den Schwanbestand im britischen Königreich zu verschaffen, werden die Schwäne beim so genannten „Swan Upping“ jährlich gezählt.
Textauszug: Wer das schmale Gebäude im Londoner Stadtteil Hackney betritt, landet in einem Paralleluniversum. In gedämpftem Licht reihen sich Präparate, Fetische, Kunstwerke und skurrile Fundstücke aneinander, als hätten sie sich heimlich zu einer anarchischen Wohngemeinschaft zusammengeschlossen. Schädel und Schrumpfköpfe teilen sich den Raum mit erotischen Zeichnungen, viktorianischen Kuriositäten und zeitgenössischen Miniaturen, während ausgestopfte Tiere in Posen verharren, die irgendwo zwischen grotesk und charmant schweben. Hier mischt sich die Ästhetik eines Wunderkabinetts mit der Aura eines Traumarchivs: alles scheint aus einer Geschichte zu stammen, die vergessen, verdrängt oder nie ganz zu Ende erzählt wurde.
Textauszug: Im Schatten der Rhein-Metropolen Köln und Düsseldorf gehört Leverkusen nicht gerade zu den städtebaulichen Schönheiten. Wer an die 170.000-Seelen-Gemeinde im Rheinland denkt, hat zumeist neben Autobahnkreuzen vor allem das gewaltige Panorama des weithin sichtbaren Chemparks im Sinn. Doch inmitten des riesigen Areals, das die Chemieindustrie hier einnimmt, duckt sich wie eine kleine Oase einer der wohl unumstritten schönsten japanischen Gärten des Kontinents. Eine liebevoll gepflegte Anlage, die sich als ein kontemplativer Dialog zwischen Kultur und Natur, Vergangenheit und Gegenwart, Rheinland und Fernost erweist; ein Areal, das den Geist der Edo-Zeit atmet.
Textauszug: Wer durch die Altstadt von San José del Cabo an der Südspitze der Baja California schlendert, spürt sofort, dass hier Kunst nicht nur ausgestellt, sondern gelebt wird. Die kolonialen Fassaden, die sich in warmen Gelbtönen, erdigen Rotnuancen und sonnengebleichten Pastellfarben präsentieren, wirken wie die Kulisse eines Films. Über den Gassen flattern bunte Fähnchen, die im Wind tanzen und das Blau des Himmels mit dem satten Grün der Palmenblätter verweben. Dieses Zusammenspiel aus Farben, Licht und Bewegung bildet den Rahmen für ein Ereignis, das Woche für Woche Menschen aus aller Welt in diesen Teil von Los Cabos anzieht: den Art Walk.
Textauszug: Der Hotelkomplex ist ein Hanghuhn, malerisch gelegen im mexikanischen Los Cabos an der äußersten Spitze der Baja California, dort, wo der Pazifik auf den Golf von Kalifornien trifft. Ganz oben. am höchsten Punkt des Hotelkomplexes thront eine weiß getünchte Kapelle, die von der Anmutung auch als Kulisse für einen Westernfilm herhalten könnte, während tief unten das Meer mit einer Urgewalt gegen die Felsen brandet. Überhaupt ist die Architektur der Hacienda Encantada in Teilen eine Verbeugung vor der mexikanischen Geschichte, eine Hommage an die Landgüter der kolonialen Zeit verpflanzt in eine Landschaft aus Kakteen, Sand und Licht.