Textauszug: Wer die kurvenreichen Straßen der Argolis entlangfährt, vorbei an silbrig schimmernden Olivenhainen und dem herben Duft von wildem Thymian, der ahnt nicht, dass er sich einem Epizentrum der antiken Welt nähert. Epidaurus ist kein bloßes Ansammlung verwitterter Marmorblöcke, die unter der griechischen Sonne langsam zu Staub zerfallen. Es ist ein Ort, an dem die Grenze zwischen Wissenschaft und Wunder seit über 2.000 Jahren verschwimmt. Hier, im Osten der Peloponnes, rund 30 Kilometer von der historischen Hauptstadt Nauplia entfernt, schufen die Griechen in der Antike ein Heiligtum, das in seiner Komplexität und ästhetischen Vollendung bis heute seinesgleichen sucht.
Thema: Epidaurus zwischen Heilkunst und Klangwunder
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Textauszug: Wer durch Londons West End streift, landet früher oder später auf dem Leicester Square, einem Ort, der seit dem 19. Jahrhundert als Magnet für Unterhaltung, Theater und später vor allem für das Kino gilt. Der Platz ist nicht nur Mittelpunkt eines der lebendigsten Stadtviertel der britischen Hauptstadt, sondern auch ein kultureller Knotenpunkt, an dem sich die Geschichte der britischen Filmindustrie wie in einem Brennglas bündelt. Seit den 1930er-Jahren rollt hier der rote Teppich für Weltpremieren aus, und kaum ein anderer Ort im Vereinigten Königreich hat so viele Stars empfangen wie dieser Platz, der sich abends in ein funkelndes Lichtermeer verwandelt.
Textauszug: Wenn der Morgennebel über den künstlich angelegten Kanälen aufsteigt, wirkt das Schloss Chantilly fast wie eine steinerne Fata Morgana vor den Toren von Paris. Nur 50 Kilometer von der französischen Hauptstadt entfernt scheint die Zeit ein wenig stillzustehen. Zwischen prächtigen Galerien, die nach dem Louvre die bedeutendste Sammlung alter Meister in Frankreich beherbergen, und den weitläufigen Gärten scheint jeder Kieselstein hier die Eleganz vergangener Jahrhunderte zu atmen. Majestätisch und beinahe schwebend erhebt sich das Bauwerk aus den umliegenden Wassergräben, die das Licht der Ile-de-France in zahllosen Nuancen reflektieren.
Textauszug: Tief im Südwesten Bulgariens, nur einen Steinwurf von der griechischen Grenze entfernt, schmiegt sich die kleinste Stadt des Landes in ein enges Tal, das von einer Laune der Natur geformt wurde. Wer sich Melnik nähert, erblickt zuerst nicht die Häuser, sondern die gigantischen, ockerfarbenen Sandsteinpyramiden, die wie erstarrte Wellen eines urzeitlichen Meeres über der Siedlung thronen. Diese bizarren Formationen sind das Ergebnis jahrtausendelanger Erosion und verleihen der Umgebung eine fast schon sakrale Dramatik. Es ist eine Landschaft, die gleichermaßen zerbrechlich und unumstößlich wirkt. Inmitten dieser geologischen Skulpturen liegt ein Ort, der offiziell kaum mehr als 200 Seelen zählt und dennoch stolz das Stadtrecht verteidigt.
Textauszug: Die Kabinentür schließt sich mit einem sanften Klacken, die Triebwerke beginnen zu summen und die Flugbegleiter schreiten mit der Routine von unzähligen Flugstunden durch den Mittelgang. Es ist jener Moment, in dem die Welt am Boden bleibt und das digitale Leben für eine Weile pausieren sollte. Doch während die Sicherheitsunterweisungen über die Bildschirme flimmern, wandern unzählige Daumen über leuchtende Displays. Es ist ein stilles Ritual der Moderne: Der letzte Check der E-Mails, ein finales Like auf Instagram und das Absenden einer Nachricht, die den Daheimgebliebenen mitteilt, dass man nun abhebt. Inmitten dieser geschäftigen Stille bleibt eine kleine Geste oft aus, sei es aus Vergessenheit, Ignoranz oder dem festen Glauben, dass das eigene kleine Gerät gegen die gewaltige Technik eines Airbus oder einer Boeing ohnehin nichts ausrichten könne.
Textauszug: Ein markerschütternder Schrei eines Greifvogels hallt in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen durch die Lüfte. Doch von dem gefiederter Vogel fehlt jede Spur. Tatsächlich wird dessen Ruf über Lautsprecher eingespielt, um andere Vögel aus dem UNESCO-Weltkulturerbe im Herzen des bulgarischen Rila-Gebirges zu verscheuchen. Die Lage des berühmter Rila Klosters ist spektakulär: steile Berghänge, rauschende Flüsse und klare Luft. Dabei bildet die Natur nicht nur die Kulisse, sondern ist Teil der Identität dieses magischen Ortes, der seit Jahrhunderten Pilger, Reisende und Suchende anzieht.
Textauszug: Wer sich der Insel vom Piräus aus nähert, bemerkt zuerst das Verschwinden der Hektik. Das Schiff gleitet vorbei an den kargen Felsen der Peloponnes-Küste, bis sich plötzlich eine Bucht öffnet, die wie ein steinernes Amphitheater aus dem tiefblauen Meer emporragt. Fischerboote schaukeln einträchtig neben eleganten Yachten, die Taue knarren, die Luft riecht nach Salz, Diesel, Zimt und nassem Kalk. Hydra ist kein Ort für Eilige. Es ist ein Ort, der fast schon dazu zwingt, den Gang herunterzuschalten, noch bevor der Fuß den gepflasterten Kai berührt hat. Das Fehlen von Motorengeräuschen ist das erste, was das Bewusstsein erreicht. Hier gibt es keine hupenden Motorroller, keine stinkenden Abgase von Linienbussen und keine Mietwagen.
Textauszug: Wenn die Sonne hinter Peel Castle langsam im Meer versinkt und die Bucht an der Irischen See in violettes Abendlicht taucht, beginnt in der kleinen Hafenstadt ein Ritual, das tief in der Geschichte der Isle of Man verwurzelt ist: Oie Voaldyn, das Fest zum Maivorabend, markiert den Übergang in die warme Jahreszeit und hat sich in binnen weniger Jahre zu einem kulturellen Höhepunkt entwickelt. Oie Voaldyn wurzelt tief in der keltischen Vergangenheit der Insel. Lange bevor moderne Straßen, Häfen und Häuser die Landschaft prägten, lebten die Menschen hier im Rhythmus der Jahreszeiten, abhängig von Wetter, Ernte und dem Wohlwollen der Natur.
Textauszug: Über der Bucht von Douglas auf der Isle of Man liegt ein feiner, fast metallischer Schimmer, der das Wasser wie eine gespannte Fläche aus Glas wirken lässt. Die Promenade zieht sich in einem eleganten Bogen entlang der Küste, flankiert von viktorianischen Fassaden, die im ersten Licht des Tages eine zurückhaltende Eleganz entfalten. Aus dem Hafen dringen gedämpfte Geräusche herüber, das Klacken von Metall, das tiefe Brummen der Maschinen, das gleichmäßige Schlagen der Wellen gegen die Kaimauern. Im Herzen von Douglas erhebt sich das Tynwald-Parlament, eine Institution, deren Wurzeln bis ins 10. Jahrhundert zurückreichen.
Textauszug: Europa ist reich an Mythen, Traditionen und kulinarischen Besonderheiten, doch nur wenige Phänomene verbinden all das so spielerisch wie die Weinbrunnen, die an ausgewählten Orten tatsächlich kostenfrei Wein ausschenken. Diese Brunnen sind keine urbanen Legenden, sondern reale Stationen, die Reisende, Pilger und Weinliebhaber gleichermaßen anziehen. Sie stehen nicht in Metropolen, sondern an Orten, die bewusst gewählt wurden: entlang historischer Routen, in Dörfern mit tief verwurzelter Weinkultur oder in Regionen, die ihre Gastfreundschaft auf besonders charmante Weise ausdrücken möchten. Sie stehen nicht in Metropolen, sondern an Orten, die bewusst gewählt wurden: entlang historischer Routen, in Dörfern mit tief verwurzelter Weinkultur oder in Regionen, die ihre Gastfreundschaft auf besonders charmante Weise ausdrücken möchten.
Textauszug: Englands berühmtestes Seebad liegt an der Südküste, eingebettet zwischen dem sanft geschwungenen Hügelland der South Downs und dem glitzernden Ärmelkanal. Brighton empfängt jährlich bis zu acht Millionen Besucher und wirkt dennoch wie eine Stadt, die jeden Gast mit offenen Armen empfängt und ihn sofort in ihren lebhaften Rhythmus aufnimmt. Rund 290.000 Einwohner – gemeinsam mit dem benachbarten Hove – verleihen dem Ort ein urbanes Flair, das sich mit der entspannten Atmosphäre eines Küstenorts verbindet. Die salzige Brise trägt den Duft von Fish & Chips ebenso wie die Klänge von Straßenmusikern durch die Straßen, während Möwen kreischend über den Strand ziehen und die Sonne die Regency-Fassaden in warmes Licht taucht.